21. Juni 2026
Das Ende der Neugier
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern! Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.
Gedanken zum Text
„Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.“ – für einen neugierigen Menschen wie mich ist das eine geradezu magische Zusage: Es kommt der Zeitpunkt, wo alles verständlich wird, wo alles klar wird, alles geheime Wissen greifbar wird.
Aber das gilt natürlich nicht nur für das abstrakte Wissen der Welt, es gilt auch für das Wissen über mich.
Manchmal haben wir den Eindruck, dass nicht wahrgenommen wird, was wir tun. Die vielen kleinen Dinge, die wir im Alltag machen, scheint niemand zu sehen. Jesus erklärt uns aber das Gegenteil: Es gibt jemanden, der uns sieht. Jemanden, der alles sieht, was wir tun.
Was wir tun oder nicht tun, bleibt nicht unbemerkt. Und die Anerkennung bleibt ebenfalls nicht aus. Sie kommt vielleicht nicht immer direkt, aber wir dürfen die Gewissheit haben, dass sie uns nicht verwehrt bleibt.
Was folgt also daraus für uns? Weiterhin Gutes tun, Schlechtes bleibenlassen, auch wenn niemand uns auf die Finger schaut.