12. Juli 2026
Aussaat
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich. Und alle Menschen standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen. Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!
Gedanken zum Text
Nicht alles, was wir mit viel Herzblut tun, erzeugt auch eine Wirkung. Ein freundliches Wort, ein Gespräch oder eine gute Tat scheint manchmal ins Leere zu gehen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir nicht einfach aufhören, Gutes zu tun. An solch einem Geschehen knüpft das Gleichnis vom Sämann an. Es zeigt uns, dass sich Vertrauen zuweilen erst später auszahlt.
Jesus erzählt von einem Sämann, der großzügig den Samen ausstreut. Er rechnet nicht vorher aus, wo sich der Einsatz lohnt. Manche Körner fallen auf harten Boden, andere zwischen Dornen oder auf felsigen Grund. Und doch gibt es auch den guten Boden, auf dem Frucht wächst.
So ist es auch in unserem Alltag. Wir geben Zeit, Aufmerksamkeit oder ein gutes Wort weiter. Wir erkennen jedoch keine Veränderungen oder gute Früchte. Manches verpufft, manches wird überhört. Trotzdem lädt Jesus uns ein, nicht aufzuhören, Gutes auszusäen. Denn wir wissen nie, wann ein Wort Mut macht oder eine kleine Geste das Herz eines Menschen erreicht. Es muss nicht alles perfekt sein. Gott wirkt oft dort weiter, wo wir es vielleicht gar nicht mehr sehen.
Fragen, die das Evangelium aufwerfen, könnten daher sein: Wie sieht der Boden meines Herzens aus? Bin ich offen für Gottes Wort oder ist mein Alltag so voll, dass kaum noch etwas Wurzeln schlagen kann? Wo kann ich heute ganz bewusst einen „guten Samen“ aussäen?