Shalom für alle
Mt. 5, 1-12a
07. Juni 2026
Shalom für alle
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.
Gedanken zum Text
Jesus hat angesichts der Menge, die ihm folgt, das Gefühl, dass er seinen Jünger:innen noch einmal einschärfen muss, worum es beim Glauben an ihn und an Gott geht. Die Seligpreisungen lese ich daher jedes Mal auch wie einen Auftrag: Geht zu denen, die arm sind vor Gott. Geht zu den Trauernden, geht zu den Hungernden und Dürstenden. Lernt von den Sanftmütigen, lernt von denen, die rein sind im Herzen, lernt von denen, die Frieden stiften.
Die Seligkeit, die hier versprochen wird, ist im biblischen Kontext als das hebräische Shalom zu verstehen, als ein absoluter innerer und äußerer Frieden. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich wirkt dieser Zustand gerade sehr weit entfernt.
Es fällt mir schwer, diese Aufträge, die ich aus dem Text lese, auch zu erfüllen, wenn doch schon im Außen und manchmal auch im eigenen Inneren so viel auseinanderfällt, wackelt oder vielleicht sogar schon zerstört ist. Dann soll ich noch sanftmütig bleiben, mich zurücknehmen, auf andere zugehen und demütig bleiben. Das will ich aber nicht immer.
Was mache ich also mit diesem Auftrag, den die Jünger:innen und auch wir alle haben?
Die Seligpreisungen sind nicht nur für „guten Christ:innen“ geschrieben, die die frohe Botschaft zu anderen bringen sollen. Sie gelten uns allen. Im Laufe unseres Lebens können wir uns immer wieder darin wiederfinden. Dieser umfassende Frieden wird auch uns versprochen, gerade dann, wenn wir ihn am nötigsten haben. Und wenn wir nicht in Not sind, können wir diejenigen sein, die Frieden stiften und anderen das Versprechen des Friedens näherbringen.
Auch wenn wir wahrscheinlich nicht die ganze Welt im Alleingang retten können, können wir zumindest in unserem eigenen Umfeld zu mehr Frieden und zu mehr Hoffnung beitragen, bis wir eines Tages beim Shalom ankommen.