19. Juli 2026
Was wächst in dir?
Das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen. Jesus legte ihnen ein anderes Gleichnis vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune!
Gedanken zum Text
Kennst du das? Du willst eigentlich das Richtige tun, aber gleichzeitig sind da Gedanken, die dich runterziehen: Neid, Wut, Angst oder das Gefühl, nicht gut genug zu sein. So geht es nicht nur dir. Auch vielen Kindern und Jugendlichen in unserem Umfeld kämpfen täglich damit. Genau davon erzählt Jesus im Gleichnis vom Unkraut zwischen dem Weizen. Der Bauer sät guten Weizen. Doch in der Nacht streut jemand Unkraut dazwischen. Die Helfer wollen das Unkraut sofort ausreißen. Aber der Bauer sagt: „Lasst beides wachsen. Am Ende wird getrennt.“
Das klingt erstmal komisch. Warum nicht sofort alles Schlechte beseitigen? Vielleicht, weil Jesus weiß, dass kein Mensch perfekt ist. In jedem von uns gibt es Gutes und weniger Gutes. Wir machen Fehler, verletzen andere oder treffen falsche Entscheidungen. Trotzdem gibt Gott uns nicht auf. Er gibt uns Zeit, zu wachsen, zu lernen und uns zu verändern. Und so ist es doch auch in unserer alltäglichen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Eltern, Erwachsenen und Kolleg*innen. Wir helfen Ihnen zu wachsen und suchen mit Ihnen nach den guten Samen, die für sie erstmal unsichtbar sind.
Das Evangelium macht Mut: Du musst nicht perfekt sein, damit Gott dich liebt. Aber du bist eingeladen, jeden Tag neu zu überlegen: Was möchte ich wachsen lassen? Freundlichkeit oder Gemeinheit? Hoffnung oder Resignation? Ehrlichkeit oder Ausreden? Jede kleine gute Entscheidung ist wie ein Samenkorn. Man sieht nicht sofort, was daraus wird. Aber mit der Zeit kann daraus etwas Großes entstehen.
Also – was möchtest Du wachsen lassen?