Was mache ich mit dem, was Gott mir anvertraut hat
Mt 21, 33–42.44.43
Foto: Bild von RENE RAUSCHENBERGER auf Pixabay
04. Oktober 2026
In Vino veritas
Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seine Früchte holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, wieder einen anderen steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn umbringen, damit wir sein Erbe in Besitz nehmen. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt: Was wird er mit jenen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diese bösen Menschen vernichten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; vom Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar in unseren Augen? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die Früchte des Reiches Gottes bringt. Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen. Als die Hohepriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach. Sie suchten ihn zu ergreifen; aber sie fürchteten die Menge, weil sie ihn für einen Propheten hielt.
Gedanken zum Text
Im Gleichnis von den bösen Winzern erzählt Jesus von Menschen, denen ein Weinberg anvertraut wird. Statt dankbar mit dem Geschenk umzugehen, verhalten sie sich so, als gehöre alles ihnen selbst. Sie hören weder auf die Boten noch auf den Sohn des Besitzers.
Wenn wir mal auf uns blicken, bekommen wir auch einiges geschenkt: Unsere Fähigkeiten, Freundschaften, Zeit, Chancen und Talente. Manchmal leben wir jedoch so, als wären wir niemandem Rechenschaft schuldig. Jesus erinnert uns daran, dass unser Leben ein Geschenk und gleichzeitig ein Auftrag ist. Er lädt uns ein, Verantwortung zu übernehmen und auf Gottes Stimme zu hören und zu vertrauen.
Der „Stein, den die Bauleute verworfen haben“, wird zum Eckstein. Das macht Mut: Auch wer sich übersehen, ausgeschlossen oder nicht wichtig fühlt, ist in Gottes Augen von großer Bedeutung. Gott sieht mehr in uns, als andere es manchmal erkennen.
Für die kommenden Tage möchte ich dir ein paar Fragen mitgeben:
Welches Geschenk hat Gott mir heute anvertraut und wie kann ich damit etwas Gutes bewirken?
Welche Talente, Fähigkeiten oder Möglichkeiten hat Gott mir geschenkt, die ich vielleicht zu wenig nutze?
Wo höre ich Gottes Stimme in meinem Alltag, und wo ignoriere ich sie eher?
Wie kann ich diese Woche mit meinen Worten oder Taten dazu beitragen, dass andere Menschen Wertschätzung und Hoffnung erfahren?
Denk dran:
Gott vertraut Dir viel an. Du darfst und kannst seine Geschenke dankbar annehmen und damit Gutes für andere tun.