31. August 2025
Stimmungskiller und echte Größe
Jesus kam an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen. Da beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, erzählte er ihnen ein Gleichnis. Er sagte zu ihnen: Wenn du von jemandem zu einer Hochzeit eingeladen bist, nimm nicht den Ehrenplatz ein! Denn es könnte ein anderer von ihm eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Vielmehr, wenn du eingeladen bist, geh hin und nimm den untersten Platz ein, damit dein Gastgeber zu dir kommt und sagt: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich wieder ein und dir ist es vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
Gedanken zum Text
Im Evangelium mag Jesus zunächst als Stimmungskiller der Party auftreten. Wer hat schon Lust, sich auf einer Feier erst einmal eine Moralpredigt abzuholen? Doch auch wenn der Ton vorwurfsvoll und ermahnend wirkt, beinhaltet er eigentlich eine Botschaft, die uns allen guttut: Du bist wertvoll, so wie du bist, du musst dafür nichts leisten.
Uns fallen wahrscheinlich genug Beispiele dafür ein, in denen es uns wichtig war, wie wir von anderen Menschen wahrgenommen werden: Outfit, Insta-Posts, mit wem man sich umgibt etc. In all diesen Momenten hängen wir unseren Selbstwert daran, ob wir „dazugehören“, welchen Ehrenplatz wir einnehmen und wer davon mitbekommt.
Wie oft wägen wir in Situationen ab, ob unser Einsatz uns „etwas bringt“, was für uns dabei rausspringt und ob sich dann der Aufwand lohnt? Die Suche nach Zugehörigkeit ist etwas, was uns Menschen ausmacht und nicht generell schlecht ist, nur vergessen wir dadurch oft, dass Status und Anerkennung keine Basis für eine echte Verbindung sein können. Auch hier liefert Jesus „die Lösung“ direkt mit: Echte Größe zeigt sich darin, wie wir mit den Menschen umgehen, die am Rande stehen. Die stiller sind, vielleicht auch manchmal schwächer, die unsere Hilfe benötigen.
Jesus dreht im Evangelium die Regeln um: nicht wer am lautesten, am präsentesten, am wichtigsten ist (oder so tut) ist groß, sondern diejenigen, die andere wichtig machen, die sich anderer annehmen, sind diejenigen, die wirklich groß sind. Wir müssen für Jesu Liebe nichts tun, wir sind angenommen, so wie wir sind. Alles was wir tun müssen, um „wichtig“ zu sein, ist, anderen Menschen mit diesem liebevollen Blick zu begegnen.
Dann klappts auch mit der Partystimmung.