25. Oktober 2026
Mut zur Liebe
In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Gedanken zum Text
Wenn du gefragt würdest: Was ist das Wichtigste im Leben? Was würdest du antworten? Als Jesus genau diese Frage gestellt wird, macht er keine lange Liste und zählt die Gebote auf. Seine Antwort ist einfach: Liebe. Die Liebe zu Gott, zu anderen Menschen und auch zu sich selbst.
Klingt schön. Aber mir selbst fällt das oft genug ziemlich schwer. Es ist leicht, nett zu sein, wenn andere nett zu dir sind. Schwieriger wird es, wenn jemand dich blöd anmacht, hinter deinem Rücken redet oder man sich mit jemandem streitet. Dann kommt schnell der Gedanke: Warum sollte ich freundlich bleiben, wenn ich nicht freundlich behandelt werde? Das hat die Person nicht verdient. Ich habe dann die Sorge, dass ich ausgenutzt werde, wenn ich zu freundlich oder zu gutmütig bin.
Doch Liebe bedeutet nicht, alles mit sich machen zu lassen. Sie bedeutet nicht, keine Grenzen zu haben. Liebe heißt vielmehr, Menschen ihren Wert nicht abzusprechen, auch dann nicht, wenn sie Fehler machen. Und das gilt genauso für dich selbst. Aber wie kann ich in meinem Alltag anderen liebevoll begegnen und meine Grenzen wahren? Einige Ideen könnten sein: jemandem zuhören, fair bleiben, nicht sofort zurück motzen, Hilfe anbieten oder sich selbst auch Hilfe holen.
Jesus erinnert uns daran, dass Liebe keine Belohnung für die ist, die sie verdienen. Sie ist eine Entscheidung, die unseren Umgang miteinander verändern und die Grundlage unseres Lebens sein kann.
Ich wünsche uns, dass wir besonders den Menschen, bei denen es uns gerade schwer fällt, liebevoller begegnen können und dass uns selbst auch liebevoll begegnet wird.