23. März 2025
Kehre vor deiner eigenen Tür
Zu jener Zeit kamen einige Leute und berichteten Jesus von den Galiläern, deren Blut Pilatus, mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. Und er antwortete ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren als alle anderen Galiläer, weil das mit ihnen geschehen ist? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms am Schilóach erschlagen wurden – meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Winzer: Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Winzer erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen!
Gedanken zum Text
Jesus sagte in dem Evangelium vom dritten Fastensonntag 2025: „Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt.“
Als ich dieses Zitat gelesen hatte, konnte ich es direkt mit einem Sprichwort verknüpfen, dass jeder von euch kennt oder vielleicht schonmal einmal gehört und gesagt habt:
„Kehre zuerst vor deiner eigenen Tür!“
Aber warum fällt mir genau dieses Sprichwort ein?
Wir konzentrieren uns in der heutigen Zeit viel zu sehr darauf, welche Fehler die anderen Menschen gerade machen…
Nehmen wir das Beispiel der diesjährigen Bundestagswahl:
Seit diesem Ereignis und der darauf folgenden Tage / Wochen schimpfen alle über die Wahlergebnisse, Handlungen der Politiker uvm.
Aber bei den aktuellen Weltgeschehnissen, die sich auch gerade mehr als rasant ändern, kann keiner von uns sagen, was die richtigen Handlungen für jetzt aber auch für unsere Zukunft sind.
Dies liegt daran, dass wir nicht genau wissen, was politisch überhaupt möglich ist und was nicht.
Anstatt uns darüber zu beklagen, dass andere vielleicht eine Fehlentscheidung getroffen haben, müssten wir uns eigentlich fragen, was wir zu einer besseren Welt beitragen könnten…
Durch die bewusste Modernisierung der Elektrik des eigenen Zuhauses (Photovoltaikanlage, Energiesparlampe), bewussteres und nachhaltigeres Einkaufen (Lebensmittel, Kleidung uvm.), Meidung von Verschwendung (Neukauf obwohl Reparatur kostengünstig möglich ist), Förderung von lokalen und regionalen Geschäften sowie die bewusstere Auswahl des Geschäftes, in dem wir einkaufen oder auch online bestellen kann schon die Welt dauerhaft und nachhaltig verbessern.
Und welche Zeit sich sowas zu fragen und wirklich so kleine Veränderungen vorzunehmen eignet sich mehr als die diesjährige Fastenzeit…?
Ich wünsche euch noch eine frohe weitere Fastenzeit.