Karneval und Gottes Gebote: Wo Grenzen Sinn machen
Mt 5, 17 - 37
15. Februar 2026
Karneval und Gottes Gebote: Wo Grenzen Sinn machen
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht. Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.
Gedanken zum Text
An diesem Wochenende feiern wir Karneval.
Der Karneval ist bekannt dafür, dass er gerne über die Stränge schlägt: Politik, Regeln und das aktuelle Geschehen werden humorvoll, manchmal auch spitz, auf die Schippe genommen. Dabei entstehen Darstellungen, die nicht jedem gefallen – wie man es vor einiger Zeit in den Nachrichten über den Düsseldorfer Karneval sehen konnte.
Doch was hat Karneval eigentlich mit dem Evangelium zu tun?
Im Karneval überschreiten wir bewusst Grenzen: Wir verkleiden uns, spielen Rollen, benehmen uns anders als im Alltag. Für ein paar Tage wird vieles lockerer gesehen.
Im heutigen Evangelium hören wir dagegen von Regeln, die Gott uns für unseren Alltag mitgibt – Regeln, die wir nicht leichtfertig übertreten sollen. Jesus zeigt uns, dass es nicht nur um äußere Vorschriften geht, sondern um unsere Haltung dahinter: um Respekt, Ehrlichkeit, Treue und Versöhnung.
Und genau hier berühren sich Karneval und Evangelium:
Karneval lädt uns ein, fröhlich zu sein – aber ohne andere zu verletzen. Spaß zu haben – aber nicht auf Kosten von jemandem. Grenzen zu lockern – aber nicht Verantwortung abzulegen.
So wird Karneval nicht zum Regelbruch, sondern zu einer Zeit, in der wir bewusst gut miteinander umgehen können.
In diesem Sinne wünsche ich euch ein fröhliches und zugleich achtsames Karnevalswochenende.