13. Juni 2026
Gesendet, weil jemand an uns glaubt
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden! Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philíppus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskáriot, der ihn ausgeliefert hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samaríter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.
Gedanken zum Text
Im Evangelium von diesem Sonntag sendet Jesus seine Jünger in die Welt. Er traut ihnen zu, seine Worte weiterzugeben und seine Gedanken zu erklären. Er gibt ihnen Verantwortung und zeigt ihnen damit: „Ich vertraue euch. Ihr könnt das.“
Ein bisschen erinnert mich das an Dinge, die wir heute erleben. Zum Beispiel beim Eurovision Song Contest, der im Mai stattgefunden hat. Da steht eine einzelne Person oder eine kleine Gruppe auf der Bühne und vertritt ein ganzes Land. Sie singen einen Song, der extra für diesen Anlass geschrieben wurde, und ein ganzes Land setzt seine Hoffnung – und manchmal auch seine Erwartungen – in diese Künstlerinnen und Künstler.
Und in diesem Jahr haben wir noch ein weiteres großes Ereignis: die Olympischen Spiele. Auch dort tritt eine Sportlerin oder ein Sportler für ihr oder sein Land an. Sie tragen die Farben ihres Landes, sie kämpfen, sie geben alles. Und die Menschen zuhause fiebern mit, weil sie wissen: Diese eine Person steht für uns alle. Ein Land legt seine Hoffnung und seine Erwartungen in genau diesen Menschen.
Genauso war es auch bei Jesus. Er hat den Jüngern vertraut. Er hat sie losgeschickt, damit sie ihn vertreten und seine Botschaft weitergeben. Er hat ihnen zugetraut, in seinem Namen zu sprechen und für ihn einzustehen.
Und da frage ich mich: Habt ihr schon einmal jemandem so sehr vertraut, dass er oder sie in eurem Namen reden durfte? Oder habt ihr schon erlebt, dass jemand euch dieses Vertrauen geschenkt hat?
Vielleicht zeigt uns dieses Evangelium heute, dass Jesus auch uns vertraut. So wie Länder ihren Vertreterinnen und Vertretern beim Eurovision Song Contest oder bei den Olympischen Spielen vertrauen, so traut Jesus uns zu, Licht, Hoffnung und Liebe weiterzugeben — genau da, wo wir sind.