01. November 2026
Erinnerungen, die verbinden
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.
Gedanken zum Text
Wer von euch kennt den Film Coco aus dem Jahr 2017 oder den Film Spectre aus der James-Bond-Reihe von 2015?
Auf den ersten Blick haben diese beiden Filme nicht viel gemeinsam. Schaut man jedoch genauer hin, spielen in beiden Geschichten Erinnerung, Familie und das Andenken an Verstorbene eine wichtige Rolle. Doch was hat das mit dem heutigen Feiertag Allerheiligen zu tun?
An Allerheiligen denken Christinnen und Christen weltweit an die Heiligen und an die Menschen, die vor uns gelebt haben. Viele besuchen Friedhöfe, zünden Kerzen an und erinnern sich an Verstorbene. Dabei geht es nicht nur um Trauer, sondern auch um Dankbarkeit für alles, was diese Menschen in ihrem Leben hinterlassen haben.
Für mich persönlich wird die Bedeutung dieses Feiertags in meiner zweiten Heimat Polen immer wieder besonders deutlich. Dort gehört Allerheiligen zu den wichtigsten Feiertagen des Jahres, weshalb es beispielsweise sogar besondere Verkehrsregelungen gibt. Familien und Freunde reisen oft von weit her an, um sich zu treffen, gemeinsam die Gräber ihrer Angehörigen zu besuchen und Zeit miteinander zu verbringen.
Am Abend leuchten die Friedhöfe im Schein unzähliger Kerzen. Es entsteht eine besondere Atmosphäre, die zeigt: Die Verstorbenen sind nicht vergessen. Wenn man diese Atmosphäre einmal erlebt hat, bleibt sie lange in Erinnerung. Ähnlich wird auch in Mexiko gedacht. Dort gibt es das Fest des Tages der Toten. Viele kennen diese Tradition aus dem Film Coco oder vom Beginn des Films Spectre. Familien kommen zusammen, erinnern sich an ihre verstorbenen Angehörigen und erzählen Geschichten aus deren Leben. Die Erinnerung verbindet die Generationen und hält Menschen in den Herzen lebendig.
Vielleicht ist genau das die Botschaft, die auch in unser Leben hineinsprechen kann: Menschen verschwinden nicht einfach aus unserem Leben, wenn wir an sie denken und die Erinnerungen an sie bewahren. Sie haben Spuren hinterlassen, die bleiben. Doch Allerheiligen lädt uns nicht nur dazu ein, an die Verstorbenen zu denken. Es erinnert uns auch daran, die Menschen wertzuschätzen, die heute an unserer Seite sind. Wer hat dir in den letzten Tagen geholfen? Wer hat dir Mut gemacht, zugehört oder dir ein Lächeln geschenkt? Oft sind es gerade diese kleinen Gesten, die uns lange in Erinnerung bleiben und unser Leben prägen.
So erinnert uns Allerheiligen an die Bedeutung von Gemeinschaft: an die Menschen, die vor uns gelebt haben, an die Menschen, die heute mit uns unterwegs sind, und an die Erinnerungen, die uns miteinander verbinden.
In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende voller guter Erinnerungen, wertvoller Begegnungen und Zeit mit den Menschen, die euch wichtig sind.