Die Einladung, unsere Erwartungen und die Reaktionen der anderen
Mt 22, 1 - 14
Foto: Bild von Martin Kleinheinz auf Pixabay
11. Oktober 2026
Die Einladung, unsere Erwartungen und die Reaktionen der anderen
In jener Zeit erzählte Jesus den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren nicht würdig. Geht also an die Kreuzungen der Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein! Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt.
Gedanken zum Text
Als ich das Evangelium in der Vorbereitung für den Lebensimpuls dieser Woche gelesen habe, musste ich an unsere Adventsfeier der KJA denken. Ich erinnerte mich an mein erstes Jahr und daran, dass ich ein wenig überrascht war, als man mir sagte, dass an diesem Abend schicke Kleidung getragen wird. Das kannte ich bis dahin nicht.
Nun dachte ich daran, dass alle Mitarbeitenden eingeladen werden, an der Veranstaltung teilzunehmen, egal aus welcher Einrichtung man kommt. Man feiert gemeinsam. Im nächsten Moment dachte ich daran: Wenn ich an diesem Abend nicht in schicker Kleidung gekommen wäre, hätte man mich ausgeschlossen?
Was meint ihr? Ich würde sagen: Nein.
Aber warum muss die eine Person, die nicht im Hochzeitsgewand gekommen ist, in Jesu Gleichnis gehen? Weil wir alle eingeladen sind, zu glauben, uns in der Kirche zu engagieren und Teil der Gemeinschaft zu sein.
Doch Jesus geht es dabei wahrscheinlich nicht um die Kleidung selbst. Vielmehr geht es darum, die Einladung anzunehmen und sich auf die Gemeinschaft einzulassen. Denn egal, wie du dich engagierst oder glaubst: Du tust dies auf deine eigene Art und Weise. Jeder Mensch hat bei Gott seinen eigenen Platz und seinen eigenen Weg. Doch zugleich sind wir eingeladen, uns immer wieder neu auf Gott und auf die Gemeinschaft mit anderen Menschen einzulassen.
Gottes Einladung gilt uns allen. Die Frage ist nicht, ob wir eingeladen sind, sondern wie wir auf diese Einladung antworten.
In diesem Sinne wünsche ich euch schon einmal eine schöne Zeit und hoffe, dass wir uns bei der diesjährigen Adventsfeier sehen.