Alltagsblind – wecke das Potenzial in dir
Joh. 9, 1-9.13-17.34-38
Foto: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
15. März 2026
Alltagsblind – wecke das Potenzial in dir
In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen und ich wusch mich und jetzt sehe ich. Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann sagte: Er ist ein Prophet. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr, damit ich an ihn glaube? Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
Gedanken zum Text
in Evangelium, dass Wort für Wort über unsere Arbeit spricht. Jesus begegnet einem Mann, der von Geburt an blind ist. Die Leute um ihn herum diskutieren erst mal:
Wer ist schuld daran? Er oder seine Eltern? Jesus macht bei diesem Schuld-Game nicht mit und hilft dem Mann einfach.
Und plötzlich kann er sehen.
Stell dir das mal heute vor. Manchmal fühlt sich das Leben auch so an, als wäre man irgendwie blind.
- Man checkt nicht, was der richtige Weg ist.
- Man sieht seine eigenen Stärken nicht.
- Man denkt, andere haben alles im Griff – nur man selbst nicht.
Oder man wird von anderen in eine Schublade gesteckt:
- „Der kann eh nichts. Dem traut man nichts zu.“
- „Die ist komisch.“
- „Der gehört nicht dazu.“
Der blinde Mann aus dem Evangelium kannte genau dieses Gefühl.
Die Leute kannten ihn nur als „den Bettler“. Aber Jesus sieht mehr in ihm.
Uns Jesus macht es einfach anders.
Jesus schaut nicht auf das Problem, sondern auf den Menschen.
Er sagt nicht: „Du bist der Blinde.“
Sondern: „Du kannst sehen.“ Und genau das verändert alles.
Nachdem der Mann sehen kann, glauben ihm viele nicht.
Sie diskutieren, zweifeln, stellen Fragen. Aber der Mann sagt einfach:
„Ich war blind und jetzt sehe ich.“ Mehr Erklärung braucht er gar nicht.
Jesus vertraut in seine Gabe und der Bettler vertraut Jesus.
Genau so läuft es doch in unserem Alltag ab. Ist Dir und uns bewusst, wie christlich wir jeden Tag arbeiten?
Wir vertrauen in unser Wissen, in die Menschlichkeit, in den Menschen, der uns gegenübersteht.
Und die Kinder und Jugendlichen vertrauen uns Blind.
Ja, in unserem Leben gibt es viele Dinge, die uns blind machen:
Angst, Unsicherheit, was andere über dich sagen oder nicht gut genug zu sein.
Jesus sagt uns hier:
Ich sehe dich anders, als du dich selbst siehst.
Er sieht nicht nur deine Probleme. Er sieht dein Potenzial.
Und wenn Jesus das hinbekommt,
dann bekommen wir das doch sicherlich auch, oder?
Siehst Du dein Potenzial?